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NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT
ZU BERLIN e.V., gegr. 1843

'Belehrung und Unterhaltung im Fache der Münzkunde ...'
(Aus den Statuten der Gesellschaft 1844)

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Nachrichten

Wolfgang Haney (1924-2017)

18. Oktober 2017

Nachruf auf Wolfgang Haney von unserem Mitglied Lutz Fahron.

Wolfgang Haney im 94. Lebensjahr in Berlin verstorben

Wolfgang Haney (9.01.1924-13.10.2017) war nicht nur langjähriges Mitglied der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin, sondern auch 30 Jahre lang der Vorsitzende der Berliner Münzfreunde e.V.

Als Sohn eines katholischen Vaters und einer jüdischen Mutter geboren, verlebte er gemeinsam mit seinem Bruder eine glückliche Kindheit, in der das Briefmarken- und Münzensammeln schon seinen Anfang nahm. Mit der Machtergreifung der Nazis 1933 war es vorbei mit dem Glück: Da seine Mutter Jüdin war, wurde die Musikschule seines Vaters, der Pianist war, geschlossen. Er musste 1938 aufgrund seines Status als sogenannter „Mischling ersten Grades“ die Schule verlassen und nahm eine Maurerlehre auf. Nachdem das Haus der Familie 1943 durch Bomben zerstört worden war, wurde die Familie zwangsweise in einem Keller untergebracht, bis ein Verwandter des Vaters sie in sein Haus aufnahm. Der drohenden Deportation seiner Mutter kam er zuvor und brachte sie in das etwa 30 Kilometer östlich von Berlin gelegene Rehfelde. Dort versteckte sie sich zwischen 1944 und 1945 im Wald in einer Holzhütte und überlebte so den Krieg.

Haney konnte dank einer Sondergenehmigung ein Studium als Diplom-Bauingenieur abschließen und arbeitet nach dem Krieg als Stadtrat beim Berliner Magistrat und später als Dienststellenleiter bei der BEWAG.
Bekannt wurde er durch seine herausragende Judaica-Sammlung. Vollständige Reihen von seltenen Münzen und Geldscheinen der KZ und Ghettos wurden ergänzt durch eine umfangreiche Sammlung anti-semitischen Materials jeglicher Art. Seine hervorragenden Kenntnisse brachte er in unzähligen Vorträgen und Ausstellungen in Europa und Übersee ein: „Mein Wunsch und Ziel ist es, die deutsche Bevölkerung, insbesondere die Jugend, zu informieren und den Menschen zu erklären, dass das, was die Nazis getan haben, eine unvorstellbare Katastrophe für Deutschland war“, sagte Haney 2015.
Für dieses Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 2006 auch mit dem Verdienstorden des Landes Berlin, der höchsten Auszeichnung der Stadt, geehrt. Wichtige Teile der Sammlungen wurden u.a. in den Büchern des Gietl-Verlages unter seiner Herausgeberschaft veröffentlicht (Das Geld des Terrors 2008, Kennzeichen Jude 2014, Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck... 2015).

Wir werden Wolfgang Haney in sehr guter Erinnerung behalten und sein Vermächtnis ehren - unser herzliches Mitgefühl gilt seiner Familie.
(Lutz Fahron)

Münzsammlung des Seminars für Alte Geschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. jetzt online

20. Dezember 2017

Seit dem heutigen Tag sind die ersten 96 Münzen (von rund 14.000) der Sammlung des Seminars für Alte Geschichte der Universität Freiburg online. Damit werden die vom Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gemachten Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung im Zusammenwirken mit dem Netzwerk universitärer Münzsammlungen in Deutschland zwecks Erschließung von Einzelsammlungen an deutschen Hochschulen weitergegeben.
Dieses Projekt entstand in Kooperation mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin: Münzdatenbank und Onlinekatalog nach Vorlage ikmk.smb.museum und mit gemeinsamer Stamm- und Normdatenverwaltung im NUMiD-Netzwerk für das semantische Web.
Der Freiburger IKMK ist der erste der bisher vier Interaktiven Kataloge einer Münzsammlung, welcher bereits in die 2. Generation mit überarbeiteter Gestaltung, neuen Funktionalitäten und responsive Design überführt wurde.

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